Amazon SEO: A9 – Der performance-basierte Ranking-Algorithmus als Verkaufsmotor

  • View Larger Image Eine Autobahn bei Nacht. Blaue Verkehrsschilder und rote und helle Lichteffekte auf der Fahrbahn. Die Fahrbahn steht für den Weg des Ranking-Algorithmus.

Das zentrale Glücksversprechen des digitalen Zeitalters ist so einfach wie verlockend. Niemals zuvor war es so problemlos möglich ein unbekanntes und innovatives Produkt auf einem globalen Markt zu platzieren.

Jedem Nischenprodukt steht nun der Weltmarkt offen. Zumindest theoretisch. Reichweite allein jedoch garantiert keine Verkäufe. Eine Steigerung der Sichtbarkeit ist damit die wichtigste Aufgabe eines jeden Marketing-Budgets.

Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“, erklärte schon Henry Ford zu einer Zeit in der das Ausmaß der Verkäufe im digitalen Raum von niemandem auch nur im Ansatz erahnt werden konnte.

 

In diesem Artikel geht es darum, das Marketing Tool vorzustellen, mit dem Ihre zweite Hälfte sicher aufgehoben ist. Amazon SEO.

  • Amazon ist die größte Verkaufsplattform Deutschlands. Der E-Commerce Marktführer verzeichnet mehr als eine Milliarde Besuche pro Quartal.

  • Als Produktsuchmaschine ist Amazon Googles größter Konkurrent und hat in den USA bereits den ersten Platz erobert

  • FBA (Fulfillment by Amazon) bietet eine hohe Transaktionsperformance und genießt ein großes Vertrauen

Parallel und ergänzend zum Aufbau des eigenen Online Shops, ist Amazon daher die wichtigste Plattform, um die Sichtbarkeit und die Verkäufe des eigenen Produkts auszuweiten.

 

Kampf der Titanen – Amazon vs. Google

Amazon holt beim Thema Produktsuche schnell gegenüber Google auf. Über die Hälfte aller Deutschen nutzt Amazon mindestens einmal pro Woche. Die Mehrheit davon sucht wöchentlich auch mehrmals und zwölf Prozent sogar täglich. Für ein Fünftel aller Besucher ist die Plattform gar zum ultimativen Favorit im Bereich der Produktsuche aufgestiegen. Amazon wird in Deutschland für die Produktsuche immer wichtiger und hat in den USA Google als initialen Touchpoint der Customer Journey bereits überholt. Amazon wurde eben primär als Plattform für den Produktverkauf geschaffen und kann diese Tatsache jetzt im Bereich der Produktsuche ausspielen.

Das Wichtigste hierbei: Über 40 % aller Online Einkäufer haben ihre Zahlungsdaten bereits hier hinterlegt. Fulfillment by Amazon bietet den Einkäufern Sicherheit und besitzt für die gesamte Kaufabwicklung bereits ein Vertrauen, dass einem kleinen Online Shop nicht zwangsläufig in die Wiege gelegt wird. Der Anteil an Besuchern mit fester Kaufabsicht liegt deswegen, im Gegensatz zur Produktsuche bei Google, wesentlich höher.

Die umfangreichen Filtermöglichkeiten erleichtern den Produktvergleich und die große Anzahl an Bewertungen bildet ein etabliertes Forum zur Selbstbedienung in fremder Kauferfahrung. Dies alles garantiert dem bereits fortgeschritten entschlossenen Käufer eine überlegene Usability. Diese Faktoren sind dafür verantwortlich, dass auch in Deutschland Amazon, im Schnitt für 34% der Produkt-Suchenden, zur ersten Anlaufstelle geworden ist. In den Sparten Elektronik und Bücher erreicht dieser Wert bereits 50% bzw. 60 %.

Ein heller Hintergrund und ein Balkendiagramm das seitlich links ausgerichtet ist. Dargestellt sind die Top 100 Online-Shops in Deutschland nach ihrem Umsatz.

Amazon Suchmaschinenoptimierung: Nutzen Sie Amazon als Verkaufs-Motor für Ihr Business

Mit der Amazon Advertising Platform (AAP) stößt Amazon außerdem auch in den Bereich bezahlter Anzeigen in den Suchergebnissen vor. Die umfangreichen anonymisierten Käuferdaten, auf die Amazon für die Implementierung dieser Dienste zurückgreifen kann, bieten auch hier gegenüber Google einen langfristig einzigartigen Wettbewerbsvorteil.

 

Folgen Sie dem Amazon-SEO Trend

Worin liegt nun die entscheidende Bedeutung dieser Entwicklungen? Für die Produktanbieter heißt dies vor allem, dass im Zuge einer Produktsuche auf Amazon, der Kunde bereits in einem Bereich unterwegs ist, wo der Sales-Funnel schon deutlich enger geschnürt ist. 

Jede Optimierung die hier vorgenommen wird, hat also direktere Auswirkungen auf die Verkäufe. Wie auch bei Google hängt alles davon ab, die Architektur des Amazon Rankings so gut es geht nachzuvollziehen und alle Optimierungen daran auszurichten. Die gute Nachricht ist, dass der Konkurrenzdruck innerhalb dessen sich die Maßnahmen behaupten müssen, bei Amazon nicht das Ausmaß erreicht hat, mit dem Marketer heutzutage im Google-Ökosystem konfrontiert sind.

 

A9 der Amazon Ranking-Algorithmus

Amazons Ranking-Algorithmus berücksichtigt vor allem drei Faktoren: Performance, Relevanz, und Rezensionen.

1. Performance

Erst die Performance dann die Relevanz. Diese umgekehrte Gewichtung der Rankingfaktoren reflektiert die unterschiedlichen Maßstäbe, an denen die Suche bei Amazon und Google ausgerichtet ist. Amazon verfolgt nur ein einziges Ziel: Mehr Verkäufe. Im Gegensatz zu Google, das dem User passende Informationen zu seiner Suchanfrage liefern will, ist die Relevanz des gelisteten Produkts bei Amazon einfach eine grundlegende Startvoraussetzung.

Entscheidend für die Platzierung sind die Verkaufszahlen. Hier ist außerdem Kontinuität von hoher Bedeutung. Vereinzelte Absatz-Spitzen nützen dem Ranking wenig. Sie werden gefiltert. Auch die Verkaufshistorie ist wichtig.

Die Platzierung bei Amazon gestaltet sich demnach als ein sich selbst verstärkender Prozess. Eine gute Performance, also eine gute Conversion Rate, sorgt für ein höheres Ranking, was wiederum für eine Steigerung der Performance sorgt. Je mehr Wind in das Segel geblasen wird umso größer wird es. Teilweise können hochperformante Produkte sogar besser ranken, als Produkte deren Relevanz bezüglich der Suchanfrage eigentlich größer ist.

Um in diesen Zirkel hinein zu gelangen und von seiner Sogwirkung zu profitieren, ist es für Einsteiger im Verkauf bei Amazon daher von entscheidender Bedeutung, alle initialen Startparameter umfassend und präzise zu bespielen.

Ein heller Hintergrund mit meiner gelben Schnecke im Mittelpunkt. Die Schnecke symbolisiert mit ihrer runden Form einen Kreislauf. Um sie herum sind die ganzen Rankingfaktoren aufgezählt, die eine Rolle spielen und in dem Kreislauf des Rankings beachtet werden müssen.

Der Amazon Ranking-Algorithmus berücksichtigt Performance, Relevanz und Rezensionen

 

2. Relevanz

Hier ist es wichtig zu verstehen, dass die Suche bei Amazon vor allem eine interne Suche darstellt.

Off-Page Signale, wie externe Links auf ein Produkt, bieten keine Vorteile. Während bei Google die Einzigartigkeit der Inhalte ein wichtiger Faktor ist, spielt es für Amazon überhaupt keine Rolle, ob die gleichen Inhalte auch auf anderen Seiten vorkommen. Ein weiterer Unterschied ist, dass Amazon bereits eine detaillierte Struktur für alle Inhalte vorgibt. Es kommt also darauf an, die dadurch erfragten Produktinformationen vollständig und passgenau bereitzustellen. Dies ist wichtig, um so oft es geht ins Visier der vielfältigen Filtermöglichkeiten zu geraten, die Amazon anbietet.

Unter allen Produktinformationen verdienen vor allem die Folgenden besondere Aufmerksamkeit. Vor allem deswegen, weil sie gleichzeitig einen großen Einfluss auf die Performance haben:

  • Titel

Der Titel muss einladend wirken und sollte laut Empfehlung von Amazon die wichtigsten Keywords, ein Alleinstellungsmerkmal, die Marke, den Händlernamen und die wichtigsten Attribute, wie Farbe oder Maße enthalten.

  • Produktbilder

Hochwertige Bilder sind ein wichtiger Conversion-Faktor. Sie sollten mindestens 1000×1000 Pixel groß sein, um die Zoom Funktion voll zu unterstützen. Neben dem Hauptbild sollten fünf bis sieben weitere Bilder gezeigt sein.

  • Attribute (‚Bullet Points‘)

Die Bulletpoints sind für das Ranking wichtiger als die Beschreibung. Sie fungieren als Verkaufsgespräch – müssen die Keywords selbstverständlich enthalten, sollten aber unbedingt auf den Leser organisch wirken. Nackte Keyword Listen sind hier fehl am Platz.

  • Allgemeine Schlüsselwörter

Diese sind auf der Ergebnisseite nicht sichtbar, fungieren also als Meta Tags. Dies ist der richtige Ort für sinnverwandte Suchbegriffe. Die Reihenfolge der Suchbegriffe wird von Amazon auch berücksichtigt. Fehlerhafte Schreibweisen der Begriffe müssen nicht aufgeführt werden. Genauso wenig müssen Singular und Plural Formen unterschieden werden.

  • FBA (Fulfillment by Amazon)

Produkte die über Amazon verkauft werden konvertieren besser, da Amazons Infrastruktur diesbezüglich ein hohes Vertrauen genießt.

 

3. Rezensionen

Positive Rezensionen in großer Anzahl spielen für das Ranking eine wichtige Rolle. Die Einflussmöglichkeiten bestehen hier darin, die Kunden freundlich zu einer Bewertung des Produkts anzuregen. Im Fall negativer Bewertungen versucht man, den Kunden durch öffentliche Kommentare und Lösungsvorschläge, zu einer Korrektur der Bewertung zu bewegen. Dazu hat der Kunde immerhin 90 Tage Zeit.

 

Fazit

Die Produktsuche bei Amazon wird als initialer Touchpoint, und daher für jeden E-Commerce Betreiber, immer wichtiger. Für den wahrscheinlichen Fall, dass sich der US Trend auch in Deutschland reproduziert, ist Amazon als Verkaufsplattform und damit automatisch Amazon Suchmaschinenoptimierung, zum Must-have für jeden E-Commerce Betreiber, nicht mehr wegzudenken.

Der primär auf Conversions ausgerichtete Ranking-Algorithmus von Amazon belohnt dabei vor allem Produkte, die visuell perfekt inszeniert sind. Außerdem müssen sie sich in ihren Beschreibungen und ihrem Keyword Management passgenau an den detaillierten Vorgaben ausrichten, die von Amazon bereitgestellt werden.

Verkaufsstarke Produkte werden in der Platzierung bevorzugt, was den Absatz dieser Produkte zusätzlich steigert.

2018-06-25T12:57:32+00:00 November 20th, 2017|

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